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Herzlich willkommen auf der Homepage
der Deutschen Cochlear Implant
Gesellschaft e.V.
Taub und
trotzdem hören!
Cochlea-Implantat:
Hören mit einer Innenohr-Prothese.
Es sind noch Plätze frei:
01. -
03. Oktober 2010, Hannover
Hörfit - Mit dem CI besser verstehen
lernen
- für erwachsene CI-Träger
Hörtraining - Begegnung -
Informationsaustausch - Entspannung
- Spaß und Freude
Weitere Informationen finden Sie
hier!
Leipzig, 25. September 2010
ADAC-Fahrsicherheitstraining für
junge Hörgeschädigte mit und ohne CI
Auf
Initiative des
CIV Mittel-deutschland findet am 25.
September ein kostenloses
Fahrsicherheits-training auf dem ADAC-Gelände in Leipzig statt. Die ideale
Chance, das eigene Fahrvermögen
deutlich zu verbessern.
Profitrainer üben mit Euch vom
Schleudern bis Bremsen auf glatter
Straße alle möglichen
Gefahren-situationen. Ein Tag, der
nicht nur weiterbringt, sondern
bestimmt auch viel Spaß macht.
Möglich ist das Training auch für
17-Jährige, die den Führerschein
haben und am begleiteten Fahren
teilnehmen. In diesem Fall müsste
die Begleitperson dabei sein.
Das
Training wird mit dem jeweils
eigenen Auto durchgeführt.
Gegebenenfalls kann auch ein PKW zur
Verfügung gestellt werden. Die
Anmeldung sollte bis spätestens 05.
September an Walther Seiler
erfolgen. Bei mehr als 12
Anmeldungen geht es nach Eingang der
Anmeldungen. Nähere Informationen
finden Sie
hier bzw. auf
schnecke-online. Hier geht es zur
Anfahrtsskizze.
Kontaktdaten:
Cochlear Implant Verband
Mitteldeutschland
Walther Seiler, 1. Vorsitzender
Postfach
110712
06021 Halle
Telefon: (0345) 27993389
E-Mail: Walther.Seiler@web.de
Neues
von den Weltrekordlern aus Herford
Von Tennisgöttern, Nash-Theorem und
einem absolut unkooperativen Spiel
Vor
exakt zwei Wochen sind Chris
Masurenko und Dennis Heitmann auf
eine fantastische Reise ins Land des
eisernen Willens gestartet. Tennis
wollten sie spielen. Aber nicht eben
mal ein hartes Match, sondern
unfassbare 55 Stunden 55 Minuten und
55 Sekunden. Und was der 42-jährige
Geologe Masurenko und sein 14 Jahre
jüngerer Einzelpartner Dennis
„Tennisgott“ Heitmann – wie ihn
seine Kollegen der 1.
Herrenmannschaft der TSG Herford
während des Marathonmatches via
Banner titulierten – an
Willensleistung ablieferten, war
wirklich einen Weltrekord wert.
Ganze 18 Stunden 23 Minuten und 55
Sekunden packten die beiden Akteure
auf den bis dato aktuellen
Weltrekord zweier Holländer drauf.
„Ich wollte nicht wieder, wie im
vergangenen Jahr, um ein paar
Stunden übertrumpft werden“,
antwortete Masurenko auf die Frage,
warum es denn heuer knappe 56
Stunden sein mussten. Im vergangenen
Jahr hatte sich der Vater zweier
Söhne, einer davon mit CI versorgt,
mit seinem Cousin, Thorben Orlowski,
33 Stunden 33 Minuten und 33
Sekunden gematcht und wurde einige
Wochen später von den Oranjes knapp
vier Stunden getoppt.
Auch
heuer sollte Orlowski erneut mit von
der Partie sein. Allein, 13 Stunden
vor Beginn des Matches erschütterte
eine brutale Nachricht das
Organisations-Team rund um
TSG-Präsident Hermann Pohlmann:
Thorben war aufgrund eines
Bandscheibenvorfalles außer Gefecht
gesetzt. An dieser Stelle begann nun
die fantastische Geschichte dieses
Events, dessen komplette Erlöse der
DCIG zufließen werden: Innerhalb von
45 Minuten entschloss sich Doktorand
Heitmann, für Thorben Orlowski
einzuspringen. Gut, ich gebe zu,
geschätzte Leser, ich hatte als eine
Art Katalysator gedient und im
richtigen Moment Dennis Mut
zugesprochen. Jedoch, eines seien
Sie bitte versichert, ich wusste von
der ersten Sekunde an, dass es
dieser baumlange Hüne schaffen wird,
denn seine mentale Stärke stand ihm
förmlich ins Gesicht geschrieben.
Umso erhebender und ergreifender war
das Gefühl, diese sympathischen
Marathon-Männer nach der Rekordzeit
in die Arme zu schließen und sich
den Freudentränen zu ergeben.
Derweil hat der Alltag die beiden
Tennis-Weltrekordler längst wieder
eingeholt. Geologe Masurenko – der
im richtigen Leben dem Schoße Mutter
Erdes Edelmetalle entlockt, anstatt
gut aussehenden, groß gewachsenen
jungen Herren tage- und nächtelang
Tennisbälle um die Ohren zu knallen
– weilt derzeit beruflich im Kosovo.
„Tennisgott“ und
Wirtschaftsmathematiker Heitmann
setzt sich dagegen alltäglich mit so
spannenden Dingen wie dem Theorem
von Nash auseinander, welches die
Existenz von Gleichgewichten in
nicht kooperativen Spielen
beschreibt. Na ja, also wenn jemand
Ahnung von Gleichgewichten in nicht
kooperativen Spielen hat, dann wohl
der Herforder „Fast-Doktor“. Mr.
John Forbes Nash Jr., Sie mögen mir
dies bitte verzeihen, auch wenn
dieses Gleichgewichtstheorem nach
Ihnen benannt wurde, Sie waren 1950
lediglich ein genialer Theoretiker.
Unsere beiden „Herforder“ – Chris
Masurenko wurde in Herford geboren –
haben es in der Praxis bewiesen: 72
zu 72 spielten sie nach Sätzen. Mehr
Gleichgewicht kann es wohl kaum
geben, in einem so überhaupt nicht
kooperativen Spiel wie Tennis. Oder
was meinen Sie, Mr. Nash?
Michael Loskarn, Geschäftsführer der
DCIG
06. -
08. August 2010, Herford
Jawoll, wir sind Weltrekord!
Wir sind
Weltrekord!!! Was Chris Masurenko
und Dennis Heitmann geleistet haben,
ist einfach nicht zu fassen. Mit
einer schier unmenschlichen
Willensleistung haben Chris und
Dennis den neuen Guinness-Weltrekord
im Dauertennis nach Herford in
Ostwestfalen geholt. Nach exakt 55
Stunden 55 Minuten und 55 Sekunden
hatte ich die Ehre, die Uhr zu
stoppen. Was dann über den Center
Court der TSG hereinbrach, war ein
überschäumendes Wechselbad der
Emotionen! Unzählige Zuschauer
stürmten auf den Platz und feierten
die Akteure, lagen sich gegenseitig
mit Tränen in den Augen in den Armen
und waren Zeugen einer fantastischen
Geschichte des Tennissports
geworden.
Die
Dramatik dieser Geschichte nahm
bereits am Donnerstagabend ihren
Lauf, als Dennis Heitmann – Spieler
der ersten Herrenmannschaft der TSG
– all seinen Mut zusammenraffte und
sich die wahnwitzige Idee ins
Großhirn brannte, über 55 Stunden
Tennis zu spielen. Hintergrund:
Thorben Orlowski, der sich mehrere
Monate auf das Event vorbereitet
hatte, war wegen eines
Bandscheibenvorfalles ausgefallen.
Umso erhebender und ergreifender war
das Gefühl, diesen baumlangen Kerl
nach der Rekordzeit in die Arme zu
schließen und sich den Freudentränen
zu ergeben. Und dann Chris: Ein
kurzer Blick in seine Augen – Augen,
wie sie nur Siegertypen haben – eine
tiefe Umarmung, die mir einen
Emotionsschauer über den Rücken
jagte. Dieser Mann ist wirklich kein
Gewöhnlicher. Was er im Kopf hat,
das setzt er um. Dann ergreift er,
der Vater eines mit CI-versorgten
Sohnes, das Mikrofon, richtet seinen
Dank an seine Mutter, wobei seine
Stimme bricht, richtet seinen Dank
an Dennis und die Verantwortlichen
und spricht davon, dass der Sinn
dieser Aktion jener war, den
Bekanntheits-grad des Cochlea-Implantates zu steigern.
Dieser Mann ist einfach einzigartig.
Lieber
Chris, lieber Dennis, liebe Freunde
der TSG Herford – allen voran
Vorsitzender Hermann Pohlmann: Ihr
habt Geschichte geschrieben! Und
dies zugunsten der DCIG. Mein Dank
aus tiefstem Herzen gilt Euch allen,
und zwar im Namen aller mit CI
versorgten Menschen. Diese Tage
werde ich nie mehr vergessen, da sie
sich ins Herz gebrannt haben. Jawoll,
wir sind Weltrekord!
Michael
Loskarn, Geschäftsführer der DCIG
Der Weltrekord im Dauertennis ist
geschafft!
Es gab Ärzte, die
prophezeiten Chris Masurenko und
seinem Gegenspieler Halluzinationen
und solche, die hielten beide gar
für lebensmüde. Dies alles konnte
Chris Masurenko und Dennis Heitmann
nicht davon abhalten, drei Tage
lang, von Freitagmorgen um 9 Uhr bis
Sonntagspätnachmittag um 17 Uhr
Tennis zu spielen. 55 Stunden, 55
Minuten und 55 Sekunden haben
Masurenko (42) und Heitmann (28) auf
dem Gelände der
Tennisspielgemeinschaft Herford die
Bälle hin- und her geschmettert. Am
frühen Sonntagabend haben die beiden
den bis dahin gültigen Weltrekord im
Dauertennis von 37,32 Stunden
gebrochen und damit neue Maßstäbe
gesetzt.
Völlig
ohne Vorbereitung meisterte Dennis
Heitmann (28) diese extreme
Herausforderung. Als Masurenkos
Cousin Thorben Orlowski, der sich
seit Monaten intensiv auf das
dreitägige Match vorbereitet hatte,
am Donnerstagabend wegen eines
Bandscheibenvorfalles absagen
musste, sprang Heitmann spontan ein.
„Diesen Mut und diese Leistung kann
man gar nicht hoch genug bewerten“,
lobt Franz Hermann, Präsident der
Deutschen Cochlear Implant
Gesellschaft (DCIG).
In herausragender Weise profitiert
die DCIG, für deren Arbeit der Erlös
des dreitägigen Turniers mit buntem
Programm bestimmt ist, vom Erfolg
der beiden Amateursportler. Chris
Masurenko und seiner Frau Daniela,
deren Sohn Malte im Oktober 2001 mit
einer an Taubheit grenzenden
Schwerhörigkeit zur Welt gekommen
war und der dank zweier
Cochlea-Implantate heute wie jedes
andere Kind hören und sprechen kann,
war es mit der Aktion darum
gegangen, das Cochlea-Implantat
bekannt zu machen. „Es ist einfach
ein Wunder, wie das alles
funktioniert und wie Malte damit
umgeht“, sagt Chris Masurenko. Viele
Eltern von Gehörlosigkeit oder
hochgradiger Schwerhörigkeit
betroffener Kinder wüssten jedoch
nicht von dieser Möglichkeit. Die
Arbeit der DCIG, durch intensive
Öffentlichkeitsarbeit über die
Möglichkeiten des Hörens mit CI zu
informieren, sei deshalb so wichtig
und unterstützenswert.
Dass es gelungen ist, das CI in den
Focus der Öffentlichkeit zu rücken,
daran lässt Franz Hermann, Präsident
der DCIG, keinen Zweifel: „Der
Tennis-Weltrekord von Herford hat
das CI in die Medien gebracht, und
die Menschen sind darüber
miteinander ins Gespräch gekommen.“
So hätten sich zwischen den
CI-Trägern unter den Besuchern und
normal hörenden viele Gespräche
entwickelt. „Viele normal Hörende
haben hier zum ersten Mal erlebt,
wie gut eine Unterhaltung mit
CI-Trägern gelingt“, führt Chris
Masurenko aus.
Große Anerkennung zollen
DCIG-Präsident Franz Hermann und
DCIG-Geschäftsführer Michael Loskarn
den vielen ehrenamtlichen Helfern
der Tennissportgemeinde Herford, die
für einen reibungslosen Ablauf der
dreitägigen Veranstaltung mit buntem
Programm sorgten.
Den beiden Sportlern geht es –
abgesehen von schwächeren Muskel-
und Gelenkschmerzen – gut. „Ich
hätte vermutlich sogar noch Energie
für eine weitere Nacht gehabt“, sagt
Chris Masurenko. Die befürchteten
Halluzinationen seien ausgeblieben,
die Regeneration laufe planmäßig.
Dennis Heitmann, der seinen Arm am
Tag nach dem geglückten Weltrekord
zunächst nicht heben konnte, hat
bereits eine Urlaubsreise
angetreten. Nur die Tränen der
Überwältigung stiegen beiden hin und
wieder in die Augen. „Was wir
geschafft haben, wird uns erst jetzt
richtig bewusst“, sagt Masurenko.
Die Anerkennung des Erfolgs durch
die Mitarbeiter des Guinness Buches
der Rekorde steht noch aus. Bis zum
offiziellen Eintrag werden
erwartungsgemäß noch einige Wochen
vergehen.
Juliane Fischer-Kern
Redaktion
Schnecke/schnecke-online
DCIG-Vizepräsident Dr. Lutz Detlef
Stückgen zurückgetreten
Leider
müssen wir mitteilen, dass Dr. Lutz
Detlef Stückgen – er wurde auf der
DCIG-Generalversammlung am 24. April
2010 in Köln einstimmig gewählt – am
12. Juli mit sofortiger Wirkung
seinen Rücktritt erklärt hat.
Präsidium und Geschäftsführung der
DCIG bedauern dies sehr. Wir danken
ihm für sein Engagement für die DCIG
und für den BayCIV und wünschen ihm
für die Zukunft alles Gute.
Franz Hermann, Präsident der DCIG
Wirbelsturm entfacht: "Haben
gehörlose Kleinkinder ein Recht auf
ein CI?"
In der deutschen CI-Welt
herrscht derzeit Sturmwarnung: Ein
zu anfangs "laues Lüftchen" - der
Aufsatz „Haben gehörlose Kleinkinder
ein Recht auf ein Cochleaimplantat?“,
erschienen in der Abteilung
„Neuroethik & Neurophilosophie“ der
Zeitschrift Nervenheilkunde, Heft 4,
2010, S. 244–248, von Dr. Sabine
Müller und Ariana Zaracko - hat sich
in den vergangenen Wochen zu einem
veritablen Wirbelsturm entwickelt.
Ein Wirbelsturm der den beiden Damen
nun gewaltig um die Ohren pfeift!
Lesen Sie hierzu die
Stellungnahme der DCIG. Außerdem
spiegelt der
Kommentar von Arno Vogel,
Therap. Leiter des CIC
Schleswig-Kiel, eine fachlich sehr
fundierte und äußerst liberale
Meinung wider, die die DCIG
unumwunden teilt.
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