FAQ's- häufig gestellte Fragen

Hier stellen wir Ihnen Fragen vor, die uns in unserer täglichen Beratung
häufig gestellt werden.

1. Für wen ist ein Cochlea-Implantat geeignet?

2. Welche Voraussetzungen müssen für die erfolgreiche Implantation gegeben sein?

3. Gibt es unterschiedliche Implantate?

4. Was kostet eine Implantation?

5. Was sind die Risiken der Operation?

6. Worauf muss ich bei der Auswahl des Implantates achten?

7. Wie kann ich nach einer Implantation hören?

8. Ist das CI in Kombination mit Hörgeräten zu nutzen?

9. Werden automatisch beide Ohren versorgt?

10. Findet im Anschluss an die Implantation und Erstanpassung eine Reha statt?

11. Kommt es vor, dass ein CI ausgetauscht werden muss?

12. Was muss ich als CI-Träger bei Skihelmen beachten ? ( Quelle: Redaktion Schnecke)

 


Für wen ist ein Cochlea-Implantat geeignet?

Cochlea-Implantate eignen sich für gehörlos geborene Kinder, nach dem Spracherwerb ertaubte Kinder und Erwachsene sowie hochgradig Schwerhörige. Gehörlos geborene Kinder sollten möglichst frühzeitig ein CI bekommen, um die kurze Zeitspanne der Entwicklung des Hör-Sprachzentrums in den ersten Lebensjahren im Gehirn effektiv nutzen zu können.
Durch Hirnhautentzündung (Meningitis) ertaubte Kinder sollten innerhalb weniger Wochen
nach Erkrankung mit einem CI versorgt werden, da die Gefahr der Verknöcherung der
Cochlea sehr groß ist, die Elektrode dann schwieriger eingeführt werden kann und das Ergebnis deshalb schlechter ausfallen könnte.
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Welche Voraussetzungen müssen für die erfolgreiche Implantation gegeben sein?

Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Implantation ist ein gesunder Hörnerv. Ob der
Hörnerv intakt ist, kann nur in einer HNO-Klinik festgestellt werden. Viele Hörgeschädigte,
die trotz optimal angepasster Hörgeräte kein Sprachverstehen erreichen, haben diese Voraussetzung. Das Innenohr sollte zudem mit Flüssigkeit gefüllt sein, das heißt, es darf keine Verknöcherung der Cochlea vorliegen.

Bei erwachsenen Betroffenen sollte die Hörstörung erst nach dem Spracherwerb eingesetzt haben. Vor oder während des Spracherwerbs ertaubten Erwachsenen wird ein Cochlea-Implantat nur dann von Nutzen sein,
wenn sie lautsprachkompetent sind. Sehr wichtig ist die Bereitschaft zukünftiger CI-Träger
und deren Angehöriger, das neue Hören anzunehmen, zu trainieren und sich auf die Rehabilitationsmaßnahmen bewusst einzustellen.

Letztendlich entscheidend ist die individuelle medizinische und persönliche Situation des Betroffenen. Durch Voruntersuchungen in einer Fachklinik werden gezielte Diagnosen erstellt und im Einzelfall entschieden, ob eine CI-Versorgung sinnvoll ist. Nach einem ersten Beratungsgespräch erfolgen allgemeine und HNO-ärztliche Untersuchungen, verschiedene Hörprüfungen, Röntgenaufnahmen sowie die Überprüfung des Hörnerven.
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Gibt es unterschiedliche Implantate?

Heute sind vier Implantate auf dem Markt (in alphabetischer Reihenfolge):
- Clarion von der Firma Advanced Bionics
- Combi 40+ von der Firma MED-EL
- Digisonic von der Firma MXM
- Nucleus von der Firma Cochlear

Alle Geräte wurden in den vergangenen Jahren mit einer Reihe von unterschiedlichen Implantatmodellen und auch unterschiedlichen Sprachprozessoren ständig weiterentwickelt. Die Geräte der Anbieter unterscheiden sich in den Sprachkodierungsstrategien, der Anzahl
der Stimulationskanäle, technischen Eigenschaften, dem verwendeten Material und Design. Bisherige Haltbarkeitsraten zeigen, dass die Materialien, die für die gegenwärtig zur Verfügung stehenden CI-Systeme verwendet werden, allen Anforderungen an die Biokompatibilität
gerecht werden und gut verträglich sind. Über genaue Details werden Patienten während der Voruntersuchung aufgeklärt.
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Was kostet eine Implantation?

Die Kosten für eine CI-Versorgung liegen, einschließlich Rehamaßnahmen, bei ca. € 40.000 und werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen. Nachfolgekosten
(z.B. Batterien) werden gemäß §§ 27 ff. SGB V von den gesetzlichen Krankenversicherungen erstattet.
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Was sind die Risiken der Operation?

Während eines stationären Aufenthaltes von einigen Tagen dauert die Operation 2 bis 3 Stunden. Die Risiken bei einer CI-Implantation sind die gleichen, die bei jeder Art von
Operation am Mittel- und Innenohr unter Vollnarkose entstehen. Die CI-Operation ist heute
für erfahrene HNO-Chirurgen zu einem Routineeingriff geworden. Unterschiedliche Implantatmodelle erfordern jeweils nur kleine Modifikationen in der Implant-Technik.
Nach abgeschlossener Einheilungsphase wird der Sprachprozessor individuell programmiert bzw. angepasst.

Die sich anschließende postoperative Nachsorge ist ein Schlüsselfaktor für die Erzielung bestmöglicher Resultate. Einmal im Jahr sollten sich Kinder und Erwachsene mit einem CI
in der Klinik zur medizinischen Nachsorge vorstellen, bei Bedarf häufiger.
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Worauf muss ich bei der Auswahl des Implantates achten?

Die konkrete Beratung zur Auswahl des Implantates erfolgt in den Kliniken. Zu beachten
sind dabei technische und audiologische Kriterien.

Bei der Auswahl sollten folgende Punkte besondere Beachtung finden:
– Sind Sicherheit und Haltbarkeit des Implantates zertifiziert?
– Welche Zusatzgeräte können angeschlossen werden?
– Besteht die Möglichkeit über Induktion zu hören?
– Findet die Energieversorgung über Batterien oder Akkus statt?
– Handelt es sich um einen HdO-Sprachprozessor oder Taschenprozessor?
– Mit welchen Sprachverarbeitungsstrategien arbeitet das Implantat?
– Mit wie vielen Impulsen pro Sekunde arbeitet der Sprachprozessor?
– Wie ist die Handhabung des Sprachprozessors?
– Wie gefallen mir persönlich Design und Farbe(n) des Sprachprozessors?
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Wie kann ich nach einer Implantation hören?

Wenn ein Implantat eingesetzt wurde, kann der CI-Träger nicht sofort hören, denn erst nach
der Wundheilung wird der Sprachprozessor mit einem speziellen Computerprogramm angepasst. Beim Programmieren wird jede einzelne Elektrode so eingestellt, wie sie der Hörfähigkeit des CI-Trägers entspricht. Jeder CI-Träger bekommt auf diese Weise seinen Sprachprozessor individuell angepasst. Ziel der Programmierung ist, dass der CI-Träger das gesamte Spektrum an Geräuschen und Tönen hören kann, den Sprachprozessor gerne und immer trägt – außer beim Schlafen, Duschen, Schwimmen etc. – und schließlich Sprache verstehen kann.

Von sehr großer Bedeutung ist eine nicht zu hohe Erwartungshaltung an den individuellen Nutzen des Cochlea-Implantates. Aufgeschlossenheit für das neue Hören, Ausdauer, Geduld und laufendes Hörtraining sind wichtig für das Erreichen eines optimalen Hörergebnisses.
Das CI bietet Gehörlosen und Ertaubten ein (neues) Hören, auch wenn dem Hören mit dem
CI Grenzen gesetzt sind, die individuell sehr unterschiedlich sein können.
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Ist das CI in Kombination mit Hörgeräten zu nutzen?

Ja. Die Vorteile der Kombination eines Hörgerätes auf dem einen und einem CI auf dem anderen Ohr sind etabliert. Das dafür optimierte Hörgerät sorgt für einen angenehmen Klang und eine Verbesserung des Sprachverstehens im Störgeräusch. Vor allem auch das Richtungshören wird weiter gesteigert.

Es besteht auch die besondere Möglichkeit der Nutzung von Hörgerät und CI an einem Ohr durch die "Elektrisch Akustische Stimulation" (EAS). Diese vereinigt die Möglichkeiten von
CI und Hörgerät. Diese Methode eignet sich für hochgradig schwerhörige Menschen, die zwar ein gutes Tiefton-Hören besitzen, aber einen hochgradigen Hörverlust ab 1000 Hz haben, was für das Sprachverständnis nicht mehr ausreicht. Mit dem CI werden die hohen Frequenzen hörbar gemacht, mit dem Hörgerät die tiefen Frequenzen verstärkt.
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Werden automatisch beide Ohren versorgt?

Nein. Resultate in der bilateralen Versorgung zeigen jedoch ein eindeutig besseres Sprachverstehen im Störschall, ein besseres Richtungshören und aufgrund des leichteren Verstehens eine aktivere Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Jedes Ohr hat einen Alleinversorgungsanspruch. Von der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. wird
aktiv angestrebt, die beidseitige Regelversorgung mit Cochlea-Implantaten zu etablieren.
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Findet im Anschluss an die Implantation und Erstanpassung eine Reha statt?

Für den größtmöglichen Nutzen mit dem CI hat eine umfassende Habilitation bei Kindern mit CI und eine Rehabilitation bei Erwachsenen erste Priorität. Hör- und Sprachtraining für erwachsene CI-Träger und Kinder mit CI stehen dabei im Mittelpunkt. Viele CI-Träger
erreichen ein offenes Sprachverständnis, für andere CI-Träger stellt die Kombination Hören
und Lippenabsehen eine wesentliche Erleichterung bei der Kommunikation dar.

Es gibt verschiedene Rehabilitationskliniken, die sich auf CI-Reha spezialisiert haben.
Diese Maßnahme wird durch die Krankenkassen bezahlt, muss jedoch vorab beantragt
und von der Krankenkasse genehmigt werden.

– Adressen verschiedener Reha-Einrichtungen sind bei der DCIG erhältlich –
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Kommt es vor, dass ein CI ausgetauscht werden muss?
Ja das kann vorkommen. Insbesondere nach vielen Jahren mit dem CI. Gründe für eine notwendige Reimplantation können technische Unzulänglichkeiten oder medizinische Gründe, wie Entzündungen oder Infektionen sein.
Das nicht mehr funktionierende Implantat wird bei einer Reimplantation entfernt und durch ein neues ersetzt. Der Hörerfolg nach einer Reimplantation ist in der Regel vergleichbar mit dem vorherigen "CI-Hören". Es besteht die Möglichkeit das Fabrikat zu wechseln. Ebenso wird ein technisch aktuelleres Implantat eingesetzt. Die Kosten für die Reimplantation werden von den Krankenkassen übernommen. Der Ablauf im Vergleich zur ersten Operation ändert sich für
den Patienten nicht.

Erster Ansprechpartner sollte die behandelnde Klinik sein. Eine zeitnahe Reimplantation ist sinnvoll um den Zeitraum ohne Hörfähigkeit für den Betroffenen so kurz als möglich zu halten.

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Was muss ich als CI-Träger bei Skihelmen  beachten ?

Das Tragen eines Skihelms ist grundsätzlich sehr nützlich. Es gibt immer wieder Stürze, die man auch als guter Skifahrer nicht voraussehen und oft auch nicht in ihrem Ausmaß beeinflussen kann. Die Schneeauflage kann sehr hart oder eisig sein, das macht einen Sturz für jeden Skifahrer gefährlich. Zusätzlich kann es zu Zusammenstößen auf der Piste kommen. Erst kürzlich berichteten die Medien vom Zusammenstoß zweier Skifahrerinnen, von denen eine infolge von Schädelverletzungen starb. Ein Helm schützt vor diesen Gefahren, für Kinder ist er inzwischen auch Pflicht, zumindest in Italien. Für uns CI-Träger können Stürze oder Zusammenstöße auf der Piste das Implantat gefährden. Reimplan- tationen bei Kindern zeigen immer wieder, dass ein Sturz auf den Kopf ein Implantat schädigen und zerstören kann. Zum Schutz des Implantats und zur eigenen Sicherheit ist deshalb zum Tragen eines Skihelms zu raten. Je nach Art des Helms kann es zum veränderten Höreindruck kommen, da das Mikrofon des CIs nicht mehr frei liegt. Schall, der von hinten auf den Helm auftrifft, kann daher anders wahrgenommen werden. Geräusche, die in unmittelbarer Nähe entstehen, wie z.B. das Kratzen der Ski auf dem Schnee, der eigene Atem oder Geräusche von vorne, können lauter empfunden werden. Der Eindruck ist individuell und abhängig vom Helm. Nicht alle bedecken die Ohren, manchmal kann man den Ohrschutz sogar abnehmen, wobei durch den Sitz des SPs das Mikrofon meistens doch etwas versteckt liegt. Beim Kauf eines Skihelms sollte man sich ausreichend Zeit nehmen, um diesen richtig anzupassen. Das CI braucht Platz, der Helm muss aber trotzdem richtig passen und fest sitzen. Der SP sollte dabei nicht drücken. Eine gute Fachberatung ist von Vorteil. Hersteller übernehmen keine Garantie auf Helme, die zur besseren Anpassung eigenhändig verändert wurden. Ute Jung, Wilhelmstr. 45, 56584 Anhausen
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