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DCIG-Präsident Franz Hermann als Experte beim Bürgerdialog "Hightech-Medizin"
in Berlin

DCIG-Präsident Franz Hermann (Mitte) war beim Bürgerdialog "Hightech-Medizin" in Berlin als Experte geladen. Foto: Ifok, Wagenzik

Franz Hermann, Präsident der Deutschen Cochlear Implant Gesellschaft e.V. (DCIG), hat am Samstag, 3. September 2011, zusammen mit 100 Bürgerinnen und Bürgern und weiteren Experten auf der Ersten Bürgerkonferenz im Rahmen des Bürgerdialogs „Hightech-Medizin” des Bundesministeriums für Bildung und Forschung über die Zukunft der Gesundheitsversorgung diskutiert.
Zur Bürgerkonferenz hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung den DCIG-Präsidenten als einen von vier Experten eingeladen. Zusammen mit Prof. Dr. Karl Max Einhäupl, Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin, Reinhard Rubow, Vorstand der Retina Implant AG, und Prof. Dr. Volker Sturm, Direktor der Klinik für Stereotaxie und Funktionelle Neurochirurgie des Universitätsklinikums Köln, gab Hermann der Diskussion unter dem Titel „High­tech-Medizin: Welche Gesundheit wollen wir?” wichtige Impulse.
Schwerpunktthema waren „Neuronale Implantate”. Medizinische Eingriffe ins Gehirn oder Nervensystem werfen grundsätzliche philosophische Fragen auf: Wo liegen die Grenzen zwischen der Heilung von Nervenkrankheiten und der Leistungsverbesserung bei gesunden Menschen? Dürfen wir alles tun, wozu wir technisch in der Lage sind?
Helge Braun, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, machte in seiner Begrüßungsrede zur Auftaktveranstaltung des Bürgerdialogs Hightech-Medizin deutlich: „Demokratische Politik muss Foren zur Beteiligung anbieten, in denen Bürgerinnen und Bürger ihre Erwartungen und Bedenken äußern können. Insbesondere für die Forschungspolitik ist es wichtig, frühzeitig die Meinungen der Bürger zu kennen. In den Bürgerkonferenzen werden diese erfragt und die verschiedenen Standpunkte diskutiert. Die Ergeb­nisse fließen in einem Bürgerreport unmittelbar in die Überlegungen des Ministeriums ein.”
Die repräsentativ ausgewählten Bürgerinnen und Bürger nutzten die Veranstal­tung, um ihre Fragen, Bedenken und vor allem Erwartungen an technologische Entwicklungen in der Medizin an die Experten und Wissenschaftler zu richten und mit den anderen Bürgern zu diskutieren.
Die Ergebnisse der Diskussion nahm das Bundesministerium für Bildung und Forschung am Ende des Tages in Form eines ersten Zwischenberichts entgegen. Darin heißt es unter Top-Thema 1 „Anwendungsgebiete: Was ist gesund, was ist krank?” unter anderem: „Bei der emotionellen Anwendung der Hirnforschung gibt es zu viele Risiken, die positiven Auswirkungen des Cochlea-Implantats liegen dagegen auf der Hand.” Mehrheitlich sprachen sich die beteiligten Bürger auch für eine bevorzugte Förderung von „Bewegung, Sehen und Hören” aus, Ziel solle es sein, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Zudem sollten die Ministerien die „Zivilgesellschaft (Bürger, Betroffene, Selbsthilfegruppen, etc.) bei der Zuweisung von Fördermitteln einbeziehen. Seltene Krankheiten, die häufig keine Lobby haben, sollten besondere Beachtung finden”.
Kooperationspartner der Bürgerkonferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung waren neben der DCIG die Charité – Universitätsmedizin Berlin, die Retina Implant AG, die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften sowie die Uniklinik Köln.
Der Bürgerdialog wird in den kommenden Monaten zusätzlich zu den Bürgerkonferenzen im Internet auf www.buergerdialog-bmbf.de geführt. Das Ergebnis wird ein Bürger-Report sein mit Handlungsempfehlungen für die Entwicklung und den künftigen Einsatz von medizinischen Technologien, den die beteiligten Bürger­innen und Bürger auf einem zweitägigen Bürgergipfel Anfang Dezember 2011 an Verantwortliche aus Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft übergeben werden. Der Bürgerdialog „Hightech-Medizin” wird von einem Beraterkreis aus Wissenschaft, Wirtschaft und Zivilgesellschaft fachlich begleitet.

Pressemitteilung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung
und Redaktion
Schnecke/schnecke-online


 

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